Jahreshauptversammlung der Feuerwehr Lißberg

Positive Bilanz trotz Corona

Über ein Vereinsjahr, „das coronabedingt gefühlt überhaupt nicht stattgefunden hat“, berichteten die beiden Vorsitzenden Klaus Gömmer und René Kaufmann im Rahmen der Jahreshauptversammlung der Feuerwehr Lißberg.

Zum Jahresende 2020 zählte der Verein insgesamt 282 Mitglieder inklusive der Mitglieder der Jugendfeuerwehr, vier Ehrenmitgliedern und einem Ehrenwehrführer – 12 Vereinsmitglieder weniger als 2019. Das Vereinsjahr begann wie seit vielen Jahren mit dem Weihnachtsbaumverbrennen und der Teilnahme einer Abordnung am Neujahrsempfang der Stadt Ortenberg tags darauf. Alle Veranstaltungen, die bei einer ersten Vorstandssitzung festgelegt wurden, konnten nicht stattfinden. Kein Maifeuer, keine Zeremonie am Volkstrauertag, keine Besuche bei Mitgliedern zu besonderen Geburtstagen und Familienjubiläen. Das Spritzenhausfest konnte dagegen in einer kurzzeitigen Lockerungsphase der Coronaregeln stattfinden, wenn auch mit enormem Aufwand in punkto Hygienekonzept und regelkonformer Durchführung. Am Ende ihres Berichts dankten die beiden Vorsitzenden allen Mitgliedern, Helfern und Unterstützern, die die Feuerwehr mit Spenden und mit tatkräftiger Hilfe unterstützt haben.

Auch für die Einsatzabteilung, so berichtete Wehrführer Lars Wagner, war das Jahr 2020 von pandemiebedingten Einschränkungen geprägt. „Zum Schutz der kritischen Infrastruktur Feuerwehr wurde der Dienstbetrieb in allen hessischen Feuerwehren auf ein absolutes Minimum heruntergefahren. Es galt, zum Schutze der Einsatzbereitschaft persönliche Kontakte zu minimieren. Dieses Ziel konnte zumindest teilweise erreicht werden. Innerhalb der Feuerwehren in Ortenberg gab es keine Infektionen mit dem Corona-Virus, die auf den Dienst in den Feuerwehren zurückzuführen waren. Somit war die Einsatzbereitschaft jederzeit gegeben“, so seine Bilanz. In diesem Zusammenhang erinnerte er an den plötzlich und unerwartet in Folge einer Corona-Erkrankung verstorbenen ehemaligen Wehrführer Hartmut Schäfer und appellierte an alle Feuerwehrleute und Gäste, sich gegen diese Krankheit mit einer Impfung zu schützen.

Die Einsatzabteilung der Feuerwehr Lißberg, berichtete Lars Wagner, bestand zum Ende des Jahres 2020 aus 24 Kameradinnen und Kameraden – zwei Aktive mehr als im Vorjahr. Der auf ein Minimum reduzierte Dienstbetrieb habe den Ausfall des kompletten Übungs- und Ausbildungsdienstes zur Folge gehabt, was in seinen Augen ein notwendiges, aber riskantes Unterfangen gewesen sei, da die Freiwilligen Feuerwehren auf ein regelmäßiges Training angewiesen seien. Zwar sei versucht worden, mit Online-Unterrichten, YouTube-Videos und Ausbildungseinheiten in kleinen Gruppen die Lockdown-Phasen zu überbrücken, doch nur mit mäßigem Erfolg, da nur Bruchteile der Mannschaft mit diesen Tools erreicht werden konnten. Auch die Ausbildung auf Kreis- und Landesebene sei sehr rückläufig gewesen. So konnten lediglich zwei Kameraden einen Zugführerlehrgang und ein Seminar Vorbeugender Brandschutz besuchen. Zum Glück sei auch das Einsatzgeschehen hinter den Erwartungen zurückgeblieben. So gab es in Lißberg lediglich sieben Einsätze, davon ein Kleinbrand A, einmal auslaufende Betriebsstoffe, zwei Türöffnungen, eine Tragehilfe für den Rettungsdienst und zwei sonstige Hilfeleistungen. Außerdem seien fünf Einsätze in anderen Stadtteilen verzeichnet worden, bei denen Lißberger mit aktiv waren. Zunehmend komme es aber auch zu Einsätzen auf oder im Zusammenhang mit Gewässern, was das Lißberger Feuerwehrboot auf den Plan rufe. Zum Schluss dankte Wagner allen Aktiven, aber auch dem Feuerwehrverein und jedem einzelnen seiner Mitglieder für die dauerhafte und immer positive Unterstützung der Einsatzabteilung.

Rechner Heiko Wagner berichtete von einer positiven Jahresbilanz, obgleich dem Verein unter anderem durch den Ausfall des Maifeuers wichtige Einnahmen gefehlt haben. So sei es insbesondere der Spendenbereitschaft (ca. 2260 Euro) der Gemeinschaft zu verdanken, dass der Verein ein positives Ergebnis erzielt habe.

Von einem Jahr, das zunächst ganz gewöhnlich mit wöchentlichen Übungsdiensten, dem Verbrennen der Weihnachtsbäume, der Müllsammelaktion mit dem Ortsbeirat und einem Bowlingabend in Hanau begann, berichtete Jugendwart Niclas Schmied. Dann kam der Lockdown, die wöchentliche feuerwehrtechnische Ausbildung und auch Wettkämpfe und weitere Veranstaltungen wurden abgesagt. Nach den Sommerferien wurde der Übungsbetrieb wieder aufgenommen und etwas Neues gewagt. Die Jugendfeuerwehren Eckartsborn und Lißberg sollten zusammen üben, um die Übungsstunden noch interessanter zu gestalten. Außerdem arbeiten auch die Einsatzabteilungen von Eckartsborn und Lißberg bei Einsätzen und Übungen stets zusammen. Doch nach nur wenigen gemeinsamen Übungsstunden mussten die Gruppen aufgrund der erneut steigenden Corona-Zahlen wieder separiert werden, und schließlich war der Übungsbetrieb ab Ende Oktober wieder komplett einzustellen. So bleibe die Hoffnung, die Zusammenarbeit mit der Jugendfeuerwehr Eckartsborn nach Corona wieder aufzunehmen.

Die Jugendfeuerwehr bestand im Jahr 2020 aus neun Jungen und zwei Mädchen – immerhin ein Plus von zwei Jugendlichen im Vergleich zum Vorjahr bei vier Neueintritten und zwei Übertritten in die Einsatzabteilung. Nach wie vor fehle der Nachwuchs an Jugendlichen speziell im Alter zwischen neuneinhalb bis 12 Jahren. „Bei uns findet jeder seinen Platz, niemand muss eine Sache besonders gut können, jeder kann seine Stärken auf ganz individuelle Weise einbringen, und für die vermeintlichen Schwächen hat man Kameraden – denn Jugendfeuerwehr ist gelebte Teamarbeit“, so Niclas Schmied. Besonders dankte er den Kameraden der Einsatzabteilung für die helfenden Hände und Köpfe, den Familien der Feuerwehrangehörigen und den Vereinsmitgliedern für die organisatorische Unterstützung, die geleisteten Arbeitsdienste und natürlich auch die zahlreichen Spenden.

Im Anschluss an die Berichte ehrten die Vorsitzenden Klaus Gömmer und René Kaufmann Sandra Schrank und Bernd Nötel für 25-jährige Mitgliedschaft. Durch Wehrführer Lars Wagner wurde Martin Schmied für 40 Jahre Mitgliedschaft im Bezirksfeuerwehrverband mit dem Ehrenzeichen in Silber ausgezeichnet. Außerdem beförderte Wagner Marie Schauermann zur Feuerwehrfrau-Anwärterin sowie Jonas Gömmer und Marcel Schubert zu Feuerwehrmann-Anwärtern. Da Marie Schauermann und Marcel Schubert verhindert waren, werden die Beförderungen nachgeholt. Zum Feuerwehrmann wurde Kai Schmied befördert und zum Oberfeuerwehrmann Markus Schmidt. Des Weiteren verlieh Lars Wagner das Leistungsabzeichen in Bronze an Niclas Schmied für die erfolgreiche Teilnahme an der Hessischen Feuerwehrleistungsübung in Echzell aus dem Jahr 2019

Text & Bilder: Ortenberger Stadtkurier


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