Ortenberger Feuerwehr würde sich über mehr Mitglieder freuen

Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Ortenberg e.V.

Fünf Feuerwehrleute mehr als 2016, nämlich 47, waren zum Jahresende 2017 in den Einsatzabteilungen der Feuerwehren Ortenberg, Selters, Wippenbach und Effolderbach aktiv, die im gemeinsamen Feuerwehrhaus in Selters ansässig sind. Drei der Neuzugänge kommen aus den Reihen der Ortenberger Stadtteilwehr, die nun 16 Aktive aufweist, wie Vorsitzender und Wehrführer Marcel Zahn im Rahmen der Jahreshauptversammlung berichtete. Konstant 26 ehemalige Einsatzkräfte der vier Wehren engagieren sich in der Alters- und Ehrenabteilung. Leicht rückläufig ist dagegen die Zahl der Mitglieder des Feuerwehrvereins. Nur noch 254 Ortenberger leisten einen Beitrag zur Unterstützung ihrer Stadtteil-Feuerwehr.

43 Einsätze hatten die Wehren des gemeinsamen Hauses im vergangenen Jahr zu bewältigen und leisteten dabei 1128 Personalstunden. 378 davon entfielen auf die Ortenberger Kräfte. Einsatzschwerpunkte waren erneut technische Hilfeleistungen, darunter allein vier Türöffnungen. Auch ein Zimmerbrand in der Burgstraße, ein Gefahrguteinsatz im Zusammenhang mit Buttersäure und ein Einsatz an der Bahnstrecke, als eine Person zwischen Bleichenbach und Büches unter einen Zug geraten war, wurden besonders hervorgehoben.

Auf Stadtebene wurden 30 Ausbildungs- und Übungsveranstaltungen im gemeinsamen Feuerwehrhaus abgehalten, neun Kameradinnen und Kameraden, davon vier Ortenberger, besuchten Aus- und Weiterbildungsveranstaltungen auf Kreis- oder Landesebene. Hinzu kam eine Vielzahl an Wehrführer- und Vorstandssitzungen sowie ein Praxistag der Gruppen- und Zugführer des gemeinsamen Hauses. Bei Brandeinsätzen leisteten die Ortenberger 69 Einsatzstunden, 170 bei Hilfeleistungen und 139 bei Brandsicherheitsdiensten. 490 Stunden schlugen für Übungen zu Buche, 197 für Lehrgänge und Seminare, 317 für Sitzungen und 989 für Jugendarbeit.

Zu den Vereinsaktivitäten des vergangenen Jahres gehörten ein Kappenabend im alten Ortenberger Feuerwehrhaus, ein Tagesausflug nach Limburg, die Beteiligung am Open-Air-Festival „Ortenberg rockt“, des traditionelle Grillfest auf dem Marktplatz, ein Kameradschaftsabend und die Abschlusswanderung, außerdem das Schlachtessen im gemeinsamen Feuerwehrhaus und der Aktiven-Ausflug nach Köln. Auch etliche Feste befreundeter Vereine und Feuerwehren wurden besucht. Bei der Dach- und Innenraumsanierung des Behelfheims wurden weitere 305 Arbeitsstunden geleistet. Kritisch äußerte sich Zahn über die stetig steigenden Anforderungen an die Einsatzkräfte sowie fehlende Helfer bei Festlichkeiten. Die G- ABC-Dekon P Einheit (Gefahrstoff ABC (atomar, biologisch und chemisch) – Dekontamination Personen) des Wetteraukreises, die seit April 2017 von den Feuerwehren der Stadt Ortenberg betreut wird, hatte drei Einsätze und nahm an einer Großübung teil. In diese Einheit sind mehr als 25 Aktive zusätzlich zu ihrem normalen Feuerwehrdienst eingebunden.

Jugendwart Christian Zahn berichtete von 25 Jugendlichen im Alter von zehn bis 18 Jahren, die zum Jahresende in der Jugendfeuerwehr des gemeinsamen Feuerwehrhauses aktiv waren – vier mehr als im Jahr zuvor. Insgesamt führte die Jugendfeuerwehr rund 80 Übungsabende und sonstige Veranstaltungen mit rund 90 Stunden pro Teilnehmer durch. 1420 Stunden waren der feuerwehrtechnischen Ausbildung und rund 1450 Stunden der allgemeinen Jugendarbeit gewidmet. Weitere 400 Stunden leisteten die Betreuer für Vorbereitung, Ausbildung, Betreuung und Sitzungen. Bei der feuerwehrtechnischen Ausbildung lag der Schwerpunkt in der Ausbildung nach dem Bundeswettbewerb für die Jugendfeuerwehren und der damit verbundenen intensiven Vorbereitung auf die Kreiswettbewerbe und die Stadtmeisterschaft, wobei sowohl Praxis als auch theoretisches Wissen gefordert sind. Natürlich kamen auch Spiel und Spaß nicht zu kurz. Gestartet wurde die Wettbewerbssaison mit dem Sportwettbewerb in Bad Vilbel. Weitere Wettbewerbe der Kreisjugendfeuerwehr folgten. Unter anderem konnten die Ortenberger beim Günter-Vogt-Pokal und dem Kreisentscheid als Sieger vom Platz gehen und waren damit zum zweiten Mal für den Landesentscheid der hessischen Jugendfeuerwehren in Alsfeld qualifiziert, bei dem die Staffel aus Ortenberg unter den besten drei Mannschaften landete. Bei der Stadtmeisterschaft verteidigten die Jugendfeuerwehren des gemeinsamen Hauses ihren Titel und konnten in Limeshain auch den City-Cup gewinnen. „Die Ergebnisse waren jedoch nur durch den guten Zusammenhalt, Kameradschaft und Engagement jedes Einzelnen möglich. Dieses Engagement drückt sich auch in dem Besuch der Gruppenstunden, Übungen und Wettbewerben aus. So lag die Beteiligung an den Veranstaltungen bei mehr als 80 Prozent, zum Teil sogar bei 100 Prozent. Die Leistung aller Jugendfeuerwehrmitglieder im abgelaufenen Jahr kann nicht hoch genug gelobt werden“, so Christian Zahn. Mit Peter Pantring wurde zum Jahresende ein engagierter Jugendfeuerwehrmann aus der Jugendfeuerwehr in die Einsatzabteilung verabschiedet.

In der Kindergruppe „Feuerlöscher“, in der zehn Jungen und Mädchen von sechs bis zehn Jahren aktiv sind, ist dienstags zwischen 17 und 18.30 Uhr spielerische Beschäftigung mit dem Thema Feuerwehr angesagt. Sogar ein kleiner Erste-Hilfe-Kurs stand für sie auf dem Programm, bei dem sie lernten, wie man Verbände anlegt, Pflaster klebt und einen Notruf korrekt absetzt. Am Geländespiel in Ober-Widdersheim nahmen die Kinder teil, und im Sommer gehörten Besuche auf dem Minigolfplatz, im Freibad oder in der Eisdiele mit zum Programm. Im Winter buken die Kinder Pizza und Plätzchen und bastelten Weihnachtsgeschenke für ihre Eltern. Mit einer schönen Weihnachtsfeier ging das Jahr für sie zu Ende.

Die Alters- und Ehrenabteilung war mit ihrem Oldtimerfahrzeug bei Ausfahrten und Ausstellungen befreundeter Feuerwehren zu Gast und erfreute sich bei dieser Gelegenheit auch an den Exponaten anderer Wehren. Außerdem unterstützten die Feuerwehr-Senioren die Vereinsarbeit, halfen beim Schmücken des alten Feuerwehrhauses für den Kappenabend, waren beim Grillfest als Helfer zur Stelle und engagierten sich beim Umbau des alten Behelfsheims.

Neben den Tätigkeitsberichten stand im Rahmen der Jahreshauptversammlung auch die Ehrung zahlreicher Mitglieder an. Seit 25 Jahren gehören Kornelia Betz, Burkhard Dillemuth, Hans Joachim Hebbel, Michael Lachmann, Edith Triesch, Heinz Pfeiffer und Michael Ullenberger der Feuerwehr Ortenberg an, seit 40 Jahren Freia Ewinger-Müller, Dieter Gernand, Hubert Haller, Werner Hofmann, Dorothea Klein, Herbert Kindermann, Rainer Langsdorf, Gerhard Lind, Roland Meier, Erich Merkel, Willi Pfannenschmidt, Mario Piccolo, Sergio Piccolo, Günther Roth, Wolfgang Roth, Adolf Schmiedemeier, Ingeborg Sorger-Kemm, Fritz Stamm und Adolf Steiper. Helmut Schupp unterstützt die Feuerwehr Ortenberg seit 50 Jahren, Otto Schumm, der auch lange als Feuerwehrmann aktiv war, seit 60 Jahren, Rosemarie Besemer seit 65 Jahren und Edwin Hartmann seit 70 Jahren.

Text & Bild: Ortenberger Stadtkurier

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