Gemeinsame Hauptversammlung der Ortenberger Wehren

Stehende Ovationen für verdienten Feuerwehrmann Heinrich Müller

Mit stehenden Ovationen erwiesen die Einsatzkräfte der Feuerwehren der Stadt Ortenberg ihrem Bleichenbacher Kameraden Heinrich Müller die Ehre, als dieser im Rahmen der gemeinsamen Jahreshauptversammlung der Ortenberger Feuerwehren im Bürgerhaus Gelnhaar für 50 Jahre aktive Vereinstätigkeit in der Feuerwehr aus den Händen von Kreisbrandmeister Marco Reis mit dem Ehrenzeichen des Bezirks-Feuerwehrverbandes in Gold ausgezeichnet wurde.

Weiterer Höhepunkt des Abends war die Verleihung der Katastrophenschutzmedaille in Bronze an Timo Blum und Marcus Wünsch (Bleichenbach), die der Kreisbeigeordnete Ottmar Lich als zuständiger Brandschutzdezernent des Wetteraukreises persönlich vornahmen. Silberne Brandschutzehren-zeichen für 25-jährigen aktiven Feuerwehrdienst wurden im Verlauf der Veranstaltung an Bodo Neun (Usenborn), Roland Emrich (Wippenbach), Uwe Rullmann, Axel Bechtoldt und Friedrich Hartmann (alle Effolderbach) sowie Andreas Jöckel (Selters) verliehen. Willibald Goldbach (Selters) und Dieter Luft (Eckartsborn) wurden zu Oberlöschmeistern befördert, Hermann Schauermann aus Lißberg zum Löschmeister.

Aus der Jugendfeuerwehr in die Einsatzabteilungen übernommen wurden Patrick Sittner, Kevin Leinberger und Oliver Bopp (alle Bleichenbach), Erol Aygün (Ortenberg) und Christoph Franz (Lißberg). Als neu gewählter stellvertretender Wehrführer der Feuerwehr Lißberg wurde Hartmut Schäfer verpflichtet, sein Vorgänger Oliver Schauermann, der auf eigenen Wunsch aus dem Amt ausgeschieden war, erhielt seine Entlassungsurkunde. Zum neuen Bergheimer Wehrführer wurde Nicolai Lotz ernannt, sein Vorgänger Jörg Eller wurde verabschiedet.

Kreisbeigeordneter Ottmar Lich, der die Grüße der Kreisgremien überbrachte, freute sich in seinem Grußwort über die Präsenz so vieler junger Leute. Er lobte die Einsatzkräfte für ihren freiwilligen Dienst, bei dem sie stets ihre Gesundheit und ihr Leben aufs Spiel setzten, da sie nie wissen, was auf sie zu komme und welchem Chemie-Cocktail sie eventuell ausgesetzt werden. Besonders hob er die engagierte Jugendarbeit der Ortenberger Feuerwehren hervor und lobte insbesondere den Grundschultag der Feuerwehren, der nur durch großes Engagement bewerkstelligt werden könne.

Stadtbrandinspektor Lars Henrich berichtete von einem arbeitsreichen Jahr für die Ortenberger Feuerwehren und ihre 208 aktiven Einsatzkräfte (186 Männer und 22 Frauen). 132 Einsätze hatten sie zu bewältigen, davon 36 Brandeinsätze und 83 Hilfeleistungen. 13 Einsätzen lagen Fehlalarme zu Grunde. Insgesamt leisteten die Feuerwehrleute 2019 Einsatzstunden und 19291 Personalstunden ab. Weiterbildung und Lehrgangs-besuche wurden groß geschrieben, dazu auf breiter Ebene Brandsicherheitsdienste geleistet und sogar Brandschutz-erziehung im Kindergarten gewährt.

Den Investitionsstau im Bereich der feuerwehrtechnischen Ausrüstung bezifferte Henrich auf rund eine Million Euro. „Dies wird in Zukunft mit Sicherheit nicht weniger. Keine fachlich gut ausgebildete Person kann ohne entsprechende Ausrüstung auf dem technisch aktuellen Stand arbeiten“, mahnte er.

Stadtjugendwart Markus Bäckel verwies auf die zahlreichen Aktivitäten der Jugendfeuerwehren im vergangenen Jahr und auf den dazu in Kontrast stehenden Mitglieder-Rückgang von mehr als zehn Prozent. Insgesamt 1420 Stunden Jugendarbeit wurden im vergangenen Jahr von den Jugendfeuerwehren geleistet, so Bäckel. Weitere 2850 Stunden erbrachten die Jugendwarte und Betreuer.

Bürgermeisterin Ulrike Pfeiffer-Pantring dankte den Feuerwehrleuten für ihre ständige Einsatzbereitschaft und ihr großes Engagement. „So etwas macht eine Stadt aus“, betonte sie. Sie erinnerte an das Thema Hepatitis-Schutzimpfung, das im vergangenen Jahr Gegenstand der Jahreshauptversammlung gewesen und inzwischen im Haushalt veranschlagt sei und bald umgesetzt werden solle. Zu dem von Stadtbrandinspektor Lars Henrich angeführten Investitionsstau meinte sie: „Das sehe ich ganz genau so“, fügte aber sogleich hinzu, dass dieser in den nächsten fünf Jahren nicht abgebaut werden könne, was vermutlich trotz des Bedarfsentwicklungsplans noch zu heftigen Diskussionen führen werde. Verstärkte Aufgabe in diesem Jahr sei die Lösung des Problems um das Feuerwehrhaus Lißberg sowie die Sicherung des Atemschutzes nach Schließung der Atemschutzgerätewerkstatt. Auch die Bürgermeisterin dankte all denen, die sich für die Jugendarbeit der Feuerwehren engagieren und verwies neben dem Grundschultag auch auf die kürzlich durchgeführte 24-Stunden-Übung. „Eine kreative Jugendarbeit zeichnet die Ortenberger Wehren aus“, lobte sie.

In Grußworten wandten sich auch der ehemalige Landtagsabgeordnete Klaus Dietz sowie der Kefenroder Gemeindebrandinspektor Martin Reutzel an die Versammlung. Dietz betonte: „Sie leisten einen wichtigen Dienst. Das funktioniert nur, weil Sie sich selbst in die Pflicht nehmen.“ Er wünschte den Feuerwehrleuten erfolgreiche Einsätze, von denen sie gesund und wohlbehalten an Leib und Seele zurückkehren, und empfahl ihnen, bei Bedarf das Angebot der Notfallseelsorge in Anspruch zu nehmen. Reutzel wünschte sich eine weitere Pflege der guten Zusammenarbeit der Ortenberger und Kefenroder Wehren.

Text & Bilder: Feuerwehren der Stadt Ortenberg


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