Es werden immer mehr, Unwetterlagen mit Sturm und Starkregen. Besonders im Sommer und im Herbst können solche Wetterlagen auch ohne große Vorwarnungen entstehen und gebietsweise große Schäden verursachen. Solch eine Lage fordert dann auch die öffentlichen Feuerwehren sehr stark und bringt diese schnell an die Grenzen von Material und ManPower. Um auch in solchen Lagen bestmöglich helfen zu können, gibt es in jeder Kommune im Landkreis eine kommunale technische Einsatzleitung (kurz kTEL). Diese hat die Aufgabe, die große Anzahl der Einsätze bei solch einer Lage zu bündeln, zu sichten und zu priorisiern.
Zur Übung einer solchen Lage fand am Samstagvormittag, den 01.08., eine realitätsnahe Simulation im Feuerwehrhaus Ortenberg-Mitte statt. Übungsleiter Marcus Stelter begrüßte gegen 10 Uhr alle Teilnehmer und Helfer der Übung und stellte die angenommene Lage vor:


„Ein größeres Gewittergebiet mit Sturmböen und Starkregen ist über Ortenberg gezogen und hat an vielen Stellen im Stadtgebiet Schäden verschiedenster Art verursacht. Feuerwehren sind bereits in mehreren Stadtteilen im Einsatz, die Welle der Notrufe bei der Leitstelle nimmt aktuell nicht ab.“
Mit diesen Informationen wurde dann in die Übung gestartet, mit dem Ziel, „Ordnung ins Chaos zu bringen“. Unterstützt wurde Marcus Stelter von einem Übungsbeobachter und drei Kameraden, welche für die kommunale TEL als Ansprechpartner per Funk erreichbar waren und somit ein reeles Einsatzgeschehen simulierten. An dieser Stelle ein großen Dank an die Helfer, ohne die eine solche Übung nicht durchführbar wäre.
Stellv. Stadtbrandinspektor Nicolai Lotz übernahm bei die Übung die Einsatzleitung und richtete sich mit der kommunalen TEL in der Funkzentrale im Feuerwehrhaus ein. Die kommunale TEL setzt sich aus den drei Stadtbrandinspektoren, weiteren erfahrenen Führungskräften und den Kräften der Führungsunterstützung zusammen. Während die Aufgabe der Führungskräfte die Sichtung, Beurteilung und Festlegung der Einsatzstellenabarbeitung ist hat die Führungsunterstützung die Aufgabe, die Kommunikation der kommunalen TEL per Funk, Telefon, Mail und Fax sicherzustellen. Auch ist sie für die vollständige Dokumentation aller Einsatzstellen und Einsatzentscheidungen der kommunalen TEL verantwortlich. Diese Vorarbeit ist elementar wichtig für die Führungskräfte, da diese Daten und Fakten die Grundlage sind, Entscheidungen für den Einsatzverlauf zu treffen.
Nachdem alle organisatorischen Dinge geklärt waren, meldete sich die kommunale TEL bei der Übungsleitung einsatzbereit und begann damit, die fiktiven Einsatzstellen zu sichten, zu priorisieren und abzuarbeiten. Während der Übung wurden durch die Übungsleitung stetig neue fiktive Einsatzstellen eingespielt, so das am Ende der Übung gegen 12:40 rund 40 Einsatzstellen dokumentiert, priorisiert und abgearbeitet wurden.
Keine Übung verläuft ohne Probleme, welche sich oft in der Anfangsphase bemerkbar machten. Solche Erkenntnisse sind aber wichtig, um hieraus Optimierungen zu erarbeiten und im realen Einsatz bestmöglich vorbereitet zu sein. Die Erkenntnisse dieser Übung sollen bei den nächsten Ausbildungsabenden mit einfließen und dazu beitragen, Routine in die Arbeit der kommunalen TEL zu etablieren. Im Großen und Ganzen war man sich aber einig, dass die Übung gut gelaufen ist und man möglichst einmal im Jahr ein solche Einsatzsimulation durchführen sollte, um die Abläufe zu festigen.
Text: Marcus Stelter (Feuerwehr Ortenberg-Mitte)
Bilder: Marcus Stelter (Feuerwehr Ortenberg-Mitte), Lukas Sauer (Feuerwehr Eckartsborn), Nicolai Lotz (stellv. Stadtbrandinspektor)








